Sowohl bei der diesjährigen Betriebsräteversammlung von Bosch als auch beim zweiten Welttreffen der Arbeitnehmervertreter stand die weltweite Wirtschaftskrise im Mittelpunkt. Auf der Betriebsräteversammlung im April 2009 diskutierten 206 Delegierte aus 30 deutschen Standorten in Bad Kissingen mit der Geschäftsführung über Fragen der Aus- und Weiterbildung, die Übernahme von Auszubildenden, die demographische Entwicklung der Belegschaft, die fortschreitende Internationalisierung der Bosch-Gruppe und den „Code of Business Conduct“. Dominierendes Thema waren jedoch die Folgen der Wirtschaftskrise für die Bosch-Gruppe und ihre Beschäftigten.
Wie Alfred Löckle, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats in seiner Eröffnungsrede betonte, verfolgen die Arbeitnehmervertreter ein klares Ziel: „Wir wollen mit allen durch die Krise, egal wie lange sie dauert.“ Anlass für Zuversicht, dieses Ziel in Deutschland zu erreichen, geben nach Ansicht von Alfred Löckle sowohl die flexiblen Instrumente zur Arbeitszeitverkürzung als auch die Bereitschaft der Beschäftigten, Einkommenseinbußen hinzunehmen. Die zukunftsfähigen Produkte, die Innovationskraft des Unternehmens, die Leistungsfähigkeit der Forschung und Entwicklung, die gute Finanzstruktur sowie die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensverfassung lieferten hierfür gute Voraussetzungen. Löckle lobte die durch große Offenheit geprägte Dialogkultur zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern und forderte die Geschäftsführung auf, diesen Dialog sowie den Kurs der Beschäftigungssicherung beizubehalten. Ansonsten könne die Opferbereitschaft der Belegschaft sehr schnell schwinden.
Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, dankte den Betriebsräten dafür, dass sie sich mit der Unternehmensleitung um „tragfähige und akzeptable Lösungen im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens gerade auch in diesen Zeiten bemühen“. Er machte deutlich, dass die aktuelle Wirtschaftskrise nicht schnell vorüber gehe und ihre Bewältigung die allergrößten Anstrengungen erforderten. Dabei sei es wichtig, auch die Chancen fest im Auge zu behalten und zu erschließen.
Bereits auf dem zweiten Welttreffen von 47 Arbeitnehmervertreter aus 26 Ländern im März 2009 hatte der für das Personalwesen zuständige Geschäftsführer Wolfgang Malchow unterstrichen, dass Bosch so lange wie möglich an dem Ziel festhalten wolle, mit der Stammbelegschaft durch die Krise zu kommen. In Ländern, in denen es keine flexiblen Instrumente zur Arbeitszeitreduzierung gebe, sei das Unternehmen aber gezwungen, auch Mitarbeiter zu entlassen. Er ließ in Bad Kissingen erneut keinen Zweifel daran, dass die aktuellen Personalkosten rasch an das stark eingebrochene Umsatzniveau angepasst werden müssen. Kosteneinsparung bedeute aber nicht, die Zukunft aus den Augen zu verlieren. Malchow rief dazu auf, die aktuelle Phase für Qualifizierungsmaßnahmen zu nutzen: „Wir werden daher weiter in die Kompetenzen und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter investieren und uns damit für künftiges Wachstum vorbereiten.“