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In rund 150 Ländern beschäftigt Bosch an 300 verschiedenen Standorten rund 280.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus 200 unterschiedlichen Kulturen. Auf 50 Länder verteilen sich alleine 30.000 Forscher und Entwickler. Von den Forschungsteams sind etwa 90 Prozent international. Das stellt hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit, die zu großen Teilen virtuell organisiert ist. Aber auch an einzelnen Standorten wie dem Entwicklungszentrum Abstatt bei Heilbronn kommen in der Belegschaft nicht selten 30 Nationalitäten zusammen.
Damit alle Mitarbeiter unter einem Dach Platz finden und ihre Potenziale entfalten können, hat Bosch mit dem „House of Orientation“ einen Orientierungsrahmen für den gemeinsamen Umgang aller Mitarbeiter geschaffen. Er beinhaltet auch die Vision und die Werte von Bosch. Die gemeinsame Wertebasis ist dem Unternehmen dabei genauso wichtig wie die Vielfalt, zu der sich Bosch in seinem Wertekatalog und mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt der Bundesregierung bekennt. Sowohl die regionale und kulturelle Herkunft als auch die individuellen Prägungen der Mitarbeiter versteht Bosch als Voraussetzung für weltweiten Erfolg.
Interkulturelles Abstatt
Der 25-jährige Türke Yasin Yüksel arbeitet als Messtechniker im Bosch Entwicklungszentrum Abstatt. Er ist ehrgeizig und studiert nebenher per Fernstudium Maschinenbau. Ein Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt ihn dabei. Nach seiner Ausbildung bei Bosch als Industriemechaniker hatte Yüksel an der Abendschule noch einen Abschluss als staatlich geprüfter Techniker gemacht. Mit diesen Qualifikationen erfüllte sich sein Wunsch einer Anstellung im Entwicklungszentrum Abstatt.
Der erst 2004 gegründete Standort in Abstatt ist ein junger Standort: Die Hälfte der Mitarbeiter ist – wie Yasin Yüksel – noch keine 40 Jahre alt. Hierzu gehören auch die 30 Auszubildenden. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kraftfahrzeugtechnik ist aber auch ein internationaler Standort, an dem Mitarbeiter von rund 30 Nationalitäten tätig sind. Die in Abstatt beheimateten Geschäftsbereiche Chassis Systems Brakes und Chassis Systems Control sowie die Bosch Engineering GmbH  bieten attraktive Arbeitsplätze  für 2.700 Männer und Frauen.
Vernetzte Frauenpower
Vor drei Jahren erhielt das Frauennetzwerk von Bosch einen neuen Namen: women@bosch. Auf seiner Jahrestagung 2006 in Abstatt brachten die 50 Teilnehmerinnen von 26 Standorten das Netzwerk auch organisatorisch voran. Seitdem bilden der fünfköpfige Steuerkreis und das Management Board mit Vertreterinnen der Standortnetzwerke die Spitze der umgestalteten Organisationsstruktur. Martina Merz, die dem Steuerkreis angehört, ist Vorstandsmitglied im Geschäftsbereich Chassis Systems Brakes und wurde 2008 von der Zeitschrift „Automotive News Europe“ zu den 25 führenden Frauen in der europäischen Autoindustrie gewählt.
Inzwischen tauscht sich das Frauennetzwerk auch international aus, beispielsweise mit dem Frauennetzwerk in Indien. Bei den Jahrestreffen ist das Thema „Für Bosch ins Ausland“ fester Bestandteil. Mit etwa 2.500 Expats ist Bosch eines der Unternehmen, die die höchste Anzahl von Mitarbeitern von Deutschland aus in die Welt entsenden. Der Anteil der Frauen an den Auslandsentsendungen liegt bei rund zehn Prozent. Das Netzwerk women@bosch wird von der Projektstelle Chancengleichheit unterstützt, die sich auch mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie befasst.  Mit dem Business Women’s Program wird ein neues weltweites Angebot für Frauen in der Fach- und Führungslaufbahn erarbeitet. Es startet 2009 mit einzelnen Pilotveranstaltungen und soll fester Bestandteil der Weiterbildung weiblicher Führungskräfte werden.
Grenzenlose Kreativität
Die Anforderungen für den neuen Dieselantrieb des Tata Nano waren hoch und erforderten eine ungewöhnliche Lösung. Um ein geringes Gewicht, enge Kostenvorgaben und ein robustes Design zu gewährleisten, arbeiteten Entwickler aus Deutschland, Indien, Italien und Österreich eng zusammen. Das Ergebnis: Statt einer herkömmlichen Hochdruckpumpe entwickelten die Bosch-Ingenieure für den indischen Markt eine Steckpumpe weiter, die erstmals im Diesel-Leitwerk in Feuerbach (Deutschland) zum Einsatz gekommen war. In Indien leitete Rakkiappan Baskaran das Steckpumpen-Projekt. Sein Vorteil: Er hatte zu einer Gruppe indischer Ingenieure gehört, die in Feuerbach für die Diesel-Applikation ausgebildet worden waren.
Um international erfolgreich agieren zu können, hat Bosch die systematische Förderung interkultureller Kompetenzen auf allen unterschiedlichen Ebenen und über Geschäftsbereiche hinweg etabliert. Aufenthalte von Mitarbeitern außerhalb ihrer Heimat gehören hier ebenso dazu wie interkulturelle Trainings und Entwicklungsprogramme für Fach- und Führungskräfte, Trainees und Auszubildende. Seit Bosch in Regionen wie Asien und Amerika technische Zentren aufgebaut hat, sind multikulturelle Innovationsteams die Regel. Deshalb unterstützen auch Mitarbeiter des Diversity-Managements die Innovations-Workshops beispielsweise mit Methoden, die auf die beteiligten Kulturen zugeschnitten sind. Bosch hat erkannt, dass für Innovationen  Grenzüberschreitungen nicht nur eine notwendige Herausforderung, sondern auch eine große Chance sind.