Mit der offiziellen Eröffnung des neuen Werks in Nürnberg Ende April gab Bosch den Startschuss für die zweite Windkraft-Großgetriebe-Fertigung des Tochterunternehmens Bosch Rexroth in Deutschland.
Bosch wird bis 2013 insgesamt 180 Millionen Euro in dieses Getriebewerk investieren. Es ist neben dem Leitwerk in Witten, Nordrhein-Westfalen, die zweite Produktionsstätte für Windkraft-Großgetriebe in Deutschland. „Wir setzen mit dem neuen Fertigungswerk für Großgetriebe unsere Investitionen in den Zukunftsmarkt der erneuerbaren Energien fort“, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Der Windenergiemarkt weist mittel- und langfristig gutes Wachstumspotenzial auf, und wir bauen auch in schwierigen Zeiten unser Engagement in chancenreichen Märkten aus.“
Bereits im Januar lief in Nürnberg die Fertigung von Planetenrädern und Hohlrädern für Getriebe an. Seit März erfolgt auch die Montage der Großgetriebe auf dieser Nutzfläche, die so groß ist wie fünf Fußballfelder. Die derzeit rund 280 Mitarbeiter produzieren im Anlaufjahr 2009 rund 300 Großgetriebe für Multi-Megawatt-Anlagen der neuesten Generation. Die Bosch-Gruppe ist seit Ende der 50er Jahre in Nürnberg angesiedelt und beschäftigt hier zurzeit 2 950 Mitarbeiter.
2009 wirkte sich die negative wirtschaftliche Entwicklung auch auf die Windkraftbranche aus und verlangsamte das Wachstum erheblich. „Alle langfristigen Prognosen gehen jedoch weiterhin von einem weltweiten Wachstum des Windenergiemarktes aus. Bosch Rexroth profitiert als weltweit größter unabhängiger Zulieferer für Getriebe und Automatisierungslösungen für Windenergieanlagen von dieser Marktentwicklung“, sagte Reiner Leipold-Büttner, Vorstand Technik der Bosch Rexroth AG, und verwies auf die bereits im September letzten Jahres angelaufene Fertigung in Peking, China. Amerika hat bereits 2008 mit großem Abstand die weltweit höchste Windenergieleistung neu installiert und liegt jetzt vor Deutschland auf Platz 1 der Windenergienutzung. Unterstützt durch umfangreiche Förderprogramme wird der amerikanische Markt weiter mit hoher Geschwindigkeit wachsen. „Wir haben die Absicht, in naher Zukunft auch dort lokal präsent zu sein“, so Leipold-Büttner. Sowohl China als auch Indien treiben den Ausbau der Windenergie energisch voran und holen stark auf. Der Weltverband der Windindustrie, GWEC, prognostiziert eine Verdreifachung der installierten Windenergieleistung bis 2013.