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04.05.2009
Mit Verantwortung aus der Krise
Auch in schwieriger Geschäftslage setzt Bosch die Unternehmensstrategie und seine langfristigen Ziele konsequent fort.
Die Bosch-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2008 als Folge des weltweiten Konjunktureinbruchs bei Umsatz und Ertrag einen Rückgang verzeichnen müssen. Der Umsatz lag mit 45,1 Milliarden Euro 2,6 Prozent unter Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern betrug 940 Millionen Euro, nach 3,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Trotz des ungünstigen konjunkturellen Umfeldes hat Bosch 2008 rund zehn Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen aufgewendet. "Forschung, Entwicklung und Investitionen bleiben auch in schwierigen Zeiten die Grundlage unserer Zukunftssicherung", so Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf der Bilanz-Pressekonferenz. Die Patentanmeldungen erreichten 2008 mit gut 3.850 übers Jahr oder 15 pro Arbeitstag eine neue Rekordzahl.

Als einer der wesentlichen Gründe für die Krise nannte Franz Fehrenbach das auf maximalen Ertrag getrimmte kurzfristige Denken und Handeln, das die langfristige Verantwortung für die Stabilität der Unternehmen selbst und des gesellschaftlichen Umfeldes zurückgedrängt habe. An diesem Wendepunkt einer bedrohlichen Entwicklung gehe es nun darum, nicht nur das internationale Finanzsystem unter Kontrolle zu bringen sowie Bonus- und Abfindungsregeln neu auszurichten, sondern vor allem verantwortliches Handeln auf allen Führungsetagen zu verankern. Das heißt vor allem: langfristige Orientierung statt kurzfristige Gewinnmaximierung.

Für die längerfristige Entwicklung sieht sich die Bosch-Gruppe weiterhin strategisch gut aufgestellt. Dafür spricht die breite internationale Präsenz, die Verankerung in verschiedenen Branchen, die hohe Innovationskraft sowie die generelle technologische und geschäftliche Grundausrichtung unter dem Leitmotiv "Technik fürs Leben". Dies schlägt sich besonders in der Innovationspolitik nieder. Bosch will nachhaltig technische Antworten auf ökologische Fragen geben. Nach 40 Prozent im Jahr 2007 zielen heute bereits rund 45 Prozent des Forschungs- und Entwicklungsetats auf Umwelt- und Ressourcenschonung. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt Bosch inzwischen mit den entsprechenden Erzeugnissen – ein Anteil, der in den nächsten Jahren noch deutlich steigen wird. Der ökologische Schwerpunkt der Innovationen bleibt in Zeiten der Krise ebenso gültig wie zwei andere strategische Hauptlinien: die fortgeschrittene Internationalisierung und die fokussierte Diversifizierung.

Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, setzt Franz Fehrenbach auf Entschlossenheit, Augenmaß und Verantwortung. Ernsthaftes und entschlossenes Eingreifen wird die Ertragskraft und Liquidität angesichts der derzeit unvermeidbaren Umsatzrückgänge erhalten. Augenmaß wird andererseits die Chancen in der Zeit nach der Krise wahren. „Wir wollen uns kraftvoll entwickeln – kraftvoll im Sinne von nachhaltig. Und das bedeutet: Wir optimieren eben nicht kurzfristig Mittel und Ziele, sondern bedenken langfristige Nebenfolgen und Rückkopplungen“, so Franz Fehrenbach. Hierzu gehört eine doppelte Verantwortung von Bosch: einerseits die Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Gesellschaften, in der sie leben; andererseits die Verantwortung für das Unternehmen und die finanzielle Solidität. Um die derzeitige Krise wirklich zu überwinden, ist für Franz Fehrenbach die Rückkehr zu einem solchen verantwortlichen Handeln fundamental: „Und dafür ist noch einiges zu tun."