Auf dem baden-württembergischen Nachhaltigkeitskongress forderte der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, Franz Fehrenbach, die Wirtschaft auf, ihren Einsatz für den Klimaschutz auch in schwierigen Zeiten noch zu verstärken. Die akute Wirtschafts- und Finanzkrise dürfe kein Vorwand sein, in den Anstrengungen gegen den Klimawandel nachzulassen. Im Gegenteil biete die „grüne Wirtschaft“ auch Chancen zur Überwindung der Krise.
„Klimaschutz ist auch Vertrauenssache“, betonte der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung in Stuttgart. Gerade die deutsche Industrie habe sich dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben. Jetzt dürfe sie es angesichts der akuten Probleme nicht auf die Tagesordnung nach hinten verschieben – „dorthin, wo sich die bis auf Weiteres nicht zu erledigenden Punkte sammeln“. Nach Einschätzung Fehrenbachs wäre das ein Vertrauensbruch. Ohnehin habe die Wirtschaft mit der anhaltenden Finanzkrise nicht nur Geld, sondern auch viel Vertrauen verloren. Indem sie den Klimaschutz ernsthafter und konsequenter denn je verfolge, könne sie umgekehrt Geld und Vertrauen gewinnen.
Nach den Worten Fehrenbachs setzt Bosch inzwischen jeden dritten Euro mit Erzeugnissen um, die Umwelt und Ressourcen schonen. Im Jahr 2008 hatte die Bosch-Gruppe einen Umsatz von rund 45 Milliarden Euro erzielt. Fehrenbach begründete die ökonomischen Chancen der Ökologie nicht nur mit Studien, die erhebliches Wachstum für Umwelttechnik prognostizieren. Zugleich verwies er auf die anziehenden Normen für Emissionen und Energieverbrauch in aller Welt, auch in den Schwellenländern. „Diese ökologische Globalisierung kommt uns zugute“, sagte der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung. Als Beispiel nannte er nicht nur die effizienten Antriebssysteme fürs Auto, sondern auch die Systeme zur Nutzung regenerativer Energien – von Windkraft-Großgetrieben über Erdwärmepumpen und Solarkollektoren bis hin zur Photovoltaik. Mit diesem breiten Portfolio erzielte Bosch 2008 bereits einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.
Die Anstrengungen für die Energieersparnis verstärkt Bosch auch im eigenen Haus. So wird das neue China-Hauptquartier in Shanghai die Hälfte seines Heiz- und Kühlbedarfs mit Erdwärmepumpen decken. An Standorten wie Murrhardt oder Reutlingen sind bereits Photovoltaik-Anlagen installiert. Bis 2020 will Bosch den Kohlendioxidausstoß seiner Werke um mindestens 20 Prozent gegenüber 2007 reduzieren. „Das ist mehr als eine schöne Fernsicht“, sagte Fehrenbach, „den Weg dorthin verfolgen wir weltweit über ein jährliches Monitoring.“
Auch in Zukunft wird Bosch, so skizzierte Fehrenbach das Selbstverständnis des Unternehmens, „auf ökologische Fragen technische Antworten geben“. Mehr als 40 Prozent des Forschungs- und Entwicklungsetats, der sich 2008 auf 3,9 Milliarden Euro belief, zielen auf Erzeugnisse, die Umwelt und Ressourcen schonen. Ganz wichtig dabei ist die langfristige Orientierung der Innovationspolitik. „Nur so können wir in der eher fernen als nahen Zukunft auch das Elektroauto zum Erfolg machen“, sagte Fehrenbach. Er mahnte zugleich an, die Möglichkeiten zur Energieersparnis hier und jetzt zu nutzen – sei es mit Brennwertheizungen im Haus oder mit der Start/Stopp-Automatik im Auto.