Technische Lösungen für ökologischer Probleme

Übersicht

Ökologische Globalisierung verlangt auf allen Kontinenten nach einem sparsamen Umgang mit Ressourcen und der Vermeidung von Umweltbelastungen. Das heißt für uns: Wer ökologisch denkt, muss technisch handeln.

Bosch hat sich schon immer mit der effizienten Energieumwandlung beschäftigt – von Diesel oder Benzin zur mechanischen Energie im Auto, von Öl oder Gas zu Wärme im Haus. Gerade unsere Kraftfahrzeugtechnik haben wir früh als Technik für die Umwelt- und Ressourcenschonung verstanden. Unter dem Eindruck der ersten Ölkrise von 1973 haben wir unser 3-S-Programm aufgelegt, mit dem wir das Fahren sicherer, sauberer und sparsamer gemacht haben und das in unseren aktuelles Leitmotiv "Technik fürs Leben" mündet. Unser Einsatz für den Schutz von Umwelt und Klima beschränkt sich aber nicht auf das Automobil. Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet „Messen, Steuern, Regeln“ können wir sowohl in der Kraftfahrzeug- und Industrietechnik als auch in der Gebrauchsgüter- und Gebäudetechnik zur Energieeinsparung und zur Emissionsminderung beitragen. Das bedeutet, dass wir

  • regional und sektoral so breit aufgestellt sind, dass wir über Europa und über das Auto hinaus technische Antworten auf die Herausforderung des Klimawandels geben können, und
  • unser Geschäft über die bisherige Bandbreite hinaus nicht zuletzt um Techniken zur Nutzung regenerativer Energien verbreitern.

Innovationen internationalisieren

Um den weltweit wachsenden Anforderungen an die Senkung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß bei Kraftfahrzeugen gerecht zu werden, wollen wir unsere bereits eingeführten Pionierleistungen weltweit verfügbar machen. In der zweiten Hälfte 2008 werden wir mit unserem Denoxtronic-System zur Abgasnachbehandlung die strenge US-Schadstoffnorm (Tier 2 Bin 5) erfüllen. Wir rechnen dann auch in den USA mit einem Schub des Clean Diesel, der rund 25 Prozent weniger CO2 ausstößt als ein Benzinmotor. Der Dieselanteil von neu produzierten „Light Vehicles“in Nordamerika wird nach unserer Einschätzung bis 2015 von heute sechs auf 15 Prozent steigen.

Noch schneller könnte sich der Clean Diesel in Asien durchsetzen. Getrieben wird diese Entwicklung durch Abgasnormen, die sich nur mit der Hochdruckeinspritzung erfüllen lassen. Bereits 2007 setzten wir in Indien und China jeweils gut 100.000 Common-Rail-Systeme ab. 2010 werden es in Indien 900.000 Systeme, in China rund 1,4 Millionen Systeme sein. Auch wenn wir in Europa angesichts verschärfter Kohlendioxid-Grenzwerte noch einen weiter steigenden Dieselanteil unter den Nutzfahrzeugen erwarten, so verschiebt sich der Wachstumsschwerpunkt in die anderen beiden Regionen der Triade. Noch setzen wir erst ein Fünftel unserer Hochdruckeinspritzsysteme in Asien und Amerika ab, 2015 wird es nahezu die Hälfte sein.

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Effizienzpotenziale heben

Gemeinsam mit den Automobilherstellern erschließen wir zusätzliche Potenziale, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und damit auch den CO2-Ausstoß zu senken. Beispielsweise entwickeln wir das Diesel-Motormanagement weiter, was bei dem ohnehin schon sparsamen Selbstzünder zu einer weiteren Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu zehn Prozent führen wird. Oder wir kombinieren Verbrennungs- und Elektromotor zum Hybridantrieb. Gegenüber einem Ottomotor mit klassischer Saugrohreinspritzung senkt ein Benzin-Hybrid die CO2-Emission um 25 Prozent. Für den Diesel-Hybrid haben wir bereits einen Prototypen entwickelt, der noch sparsamer ist.

Auch über den Antriebsstrang hinaus sehen wir noch eine Reihe technischer Möglichkeiten, um Verbrauch und Emissionen zu reduzieren. Unter dem Begriff "Öko-Innovationen" verstehen wir Produkte und Systeme, die im praktischen Fahrbetrieb zu einer Kraftstoffeinsparung führen und nicht oder nur teilweise im Normfahrzyklus abgebildet werden. Dazu zählen Anwendungen im Thermo- und Bordnetzmanagement genauso wie Navigationssysteme, die die Route mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch ermitteln. Serienreife Beispiele sind besonders effiziente Generatoren – Maßnahmen, die jeweils zwei bis vier Prozent CO2-Reduktion bringen und das Start/Stopp-System, das wir 2007 in Serie gebracht haben. Es ermöglicht im Stadtverkehr sogar eine Emissionsreduzierung um bis zu acht Prozent.
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Solar- und Geothermie ausbauen

Ein großes Potenzial für den Klimaschutz können wir auch in den privaten Haushalten erschließen. Zum Beispiel mit unseren extrem energieeffizienten Hausgeräten: Gegenüber 1990 kommen unsere Kühlgeräte mit bis zu 79 Prozent weniger Strom aus. In den USA hat die Umweltbehörde EPA Bosch als einzige Marke in allen Produktsegmenten mit dem „ENERGY STAR“ ausgezeichnet.

Auch unsere Brennwertheizkessel, die gegenüber konventionellen Bestandsanlagen bis zu 30 Prozent weniger Gas oder Öl benötigen, tragen zum Klimaschutz bei. Weitere Potenziale nutzen wir bei der Heizungsmodernisierung mithilfe von Solar- und Geothermie. So hat unser Geschäftsbereich Thermotechnik 2007 mit den Systemen zur Nutzung regenerativer Energien bereits 12 Prozent seines Umsatzes erzielt. Bis 2015 wird ein Viertel des europäischen Thermotechnikmarkts auf solche Systeme entfallen. In Deutschland werden es 2009 bereits 30 Prozent sein. Angesichts dieser rasanten Entwicklung bauen wir unsere Produktionskapazität für Solarkollektoren aus und haben 2007 im portugiesischen Aveiro eine neue Fertigungslinie gestartet. In der Geothermie sind wir über unsere Akquisitionen in Schweden und den USA zum Weltmarktführer für Elektro-Wärmepumpen aufgestiegen.
Regionales Highlight
FHP Manufacturing Company
USA
Bosch übernahm 2007 die US-amerikanische FHP Manufacturing Company und baute damit das Geschäft mit regenerativen Energien strategisch aus.

In Windkraft investieren

Mit Getrieben und Ausrichtsystemen für die Rotorblätter liefert unsere Tochtergesellschaft Bosch Rexroth die Herzstücke für Windkraftanlagen. Nachdem der Umsatz 2007 bereits von 120 auf 160 Millionen Euro gestiegen ist, werden wir nun die Kapazitäten für die Getriebeherstellung erheblich ausbauen und dafür in den nächsten Jahren weltweit rund 300 Millionen Euro investieren. Zugleich entwickeln wir innovative Lösungen wie Differentialgetriebe für die Windräder der Multimegawatt-Klasse. Mit den Komponenten für Windkraftanlagen ist Bosch Rexroth größter unabhängiger Lieferant der Branche.
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