Globale Megatrends

Megatrends analysieren

Megatrends spiegeln Prozesse wider, die sich über einen Zeitraum von Jahrzehnten erstrecken. Die Verknappung der Ressourcen und die fortschreitende Globalisierung beschäftigen uns daher schon seit längerem. Einzelne Trends zeichnen sich heute deutlicher ab als noch vor 15 Jahren. Auch hat sich ihre Relevanz teilweise verschoben.

Rangfolge globaler Megatrends
Derzeit gelten drei Megatrends als bestimmend: der schonende Umgang mit der Umwelt, insbesondere der Klimaschutz, die durch die Entwicklung der Schwellenländer beschleunigte Globalisierung und die Verknappung der natürlichen Ressourcen. Als ebenso wichtig schätzen wir den zunehmenden Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften sowie die Folgen des demografischen Wandels ein.

Klimawandel und Umweltschutz

Megatrend Klimawandel
Lange Zeit wurde die Diskussion über den Klimawandel, über seine Ursachen und Auswirkungen von Wissenschaftlern, Zukunftsforschern und Umweltverbänden geführt. Inzwischen hat das Thema auch in der öffentlichen Debatte einen so hohen Stellenwert erreicht wie kaum ein anderes. Die Prognosen des Weltklimarats stießen auf weltweite Resonanz: Der unverminderter Ausstoß von Treibhausgasen würde zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur und damit zu Überschwemmungen, Hitzewellen und Trockenheit führen. Deshalb ist der Verbrauch fossiler Brennstoffe, insbesondere von Öl und Kohle, drastisch und sofort zu reduzieren. Die Maxime, sparsam mit endlichen Ressourcen umzugehen, gilt auch aus Gründen der Versorgungssicherheit, aus Kostensicht und aus der Verantwortung für kommende Generationen.

Von Grenzwerten zu Innovationen
Die Politik hat unter dem Eindruck der Erkenntnisse und des steigenden Problembewusstseins in der Gesellschaft reagiert. Richtungweisend ist die 20/20/20-Formel der Europäischen Kommission, auf die die europäischen Staats- und Regierungschefs ihre Ziele für das Jahr 2020 brachten: die Kohlendioxidemissionen (CO2) um 20 Prozent reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent steigern und die Energieeffizienz um 20 Prozent verbessern. Dass auch auf internationaler Ebene verbindliche Zielvorgaben näher rücken, hat die Klima-Konferenz von Bali gezeigt. In der Wirtschaft ist zwar umstritten, welche Grenzwerte vertretbar oder möglich sind. Als Technologie unternehmen sehen wir unsere Aufgabe, die großen Herausforderungen der Zeit anzunehmen und mit unserer mehr als 120 jährigen technologischen Kompetenz einen Beitrag zur Lösung der komplexen und dringenden Fragen der Welt zu leisten. Daher kommt es mehr denn je auf hochwertige technische Innovationen an. Wir setzen auf das Wissen unserer mehr als 270.000 gut ausgebildeten Beschäftigten, die bereits in der Vergangenheit technologische Fortschritte erzielten.

Globalisierung und Ressourcenknappheit

Megatrend Globalisierung
Das weltweite Wachstum der Wirtschaft ist unverändert geprägt von dem rasanten Aufstieg der Schwellenländer. Als Folge davon werden Rohstoffe knapp. Die Schwerpunkte des Wachstums verlagern sich von den industrialisierten Ländern vor allem nach Asien. Dessen Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt wird bis 2015 von heute 27 auf fast 35 Prozent steigen. Damit wird Asien in dieser Zeit über die Hälfte des gesamten weltweiten Wachstums schultern und zur bislang wirtschaftlich stärksten Region Westeuropa aufschließen.

Steigende Rohstoffpreise
Die Industrialisierung der Schwellenländer führt zu einer dramatischen Verknappung der Rohstoffe. Schon heute werden 25 bis 30 Prozent aller weltweit geförderten Industriemetalle für den Ausbau der Infrastruktur in China verwendet. In fast allen Rohstoffsektoren steigen die Preise enorm an. Der Preis von Kupfer beispielsweise hat sich im Zeitraum von 2003 bis 2005 verdoppelt, Wolfram und Titan verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 200 Prozent. Mit dem Weltmarktpreis für Steinkohle sind auch die Energiekosten gestiegen.

Effizienter Einsatz von Ressourcen
In unserer langfristigen Geschäftsplanung haben wir uns auf diese Entwicklungen eingestellt. Bis 2015 wollen wir in den Regionen Asien-Pazifik und Amerika zusammen die Hälfte unseres weltweiten Geschäftsvolumens realisieren. Um den Preis- und Versorgungsrisiken bei Rohstoffen zu begegnen, achten wir bei der Entwicklung unserer Erzeugnisse darauf, den Einsatz besonders knapper Werkstoffe zu reduzieren und Alternativen zu suchen. Dank der Wiederaufarbeitung gebrauchter Fahrzeugteile sparen wir Rohstoffe und Materialkosten ein und geben diese Vorteile auch an unsere Kunden weiter. Mit Blick auf steigende Energiepreise setzen wir in allen Geschäftsbereichen auf energieeffiziente Produkte und Verfahren; darüber hinaus fördern wir den Einsatz regenerativer Energien.

Demografischer Wandel

Megatrend Demografischer Wandel
Die globale demografische Entwicklung gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Nie zuvor wuchs die Erdbevölkerung so rasant wie im 20. Jahrhundert. Mit dieser Entwicklung nimmt auch der Anteil älterer Menschen an der Weltbevölkerung erheblich zu.

Bereits in den vergangenen 50 Jahren ist der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung von acht auf heute ungefähr zehn Prozent gestiegen. In fünfzig Jahren wird er bei 21 Prozent der dann neun Milliarden Menschen liegen. Die demografische Entwicklung verläuft regional allerdings sehr unterschiedlich. In den Staaten des südlichen Afrika und des Nahen Ostens beispielsweise wird sich die Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Wachsen wird sie unter anderem in Indien, Indonesien, USA, Mexiko, Großbritannien und Frankreich. In Deutschland, Japan sowie in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas ist dagegen mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen. Infolge der ungleichen Bevölkerungsentwicklung wird das „demografische Gewicht” der aufstrebenden und sich entwickelnden Länder im Vergleich zu den Industrienationen erheblich zunehmen.

Mangel an qualifiziertem Fachpersonal
Der weltweit spürbare demografische Wandel hat auf die Arbeitswelt und die Personalpolitik der Unternehmen erhebliche Auswirkungen. Wegen der sinkenden Geburtenrate nimmt in den Industrieländern die Zahl verfügbarer Nachwuchskräfte ab und verschärft den Wettbewerb um Talente. In den aufstrebenden Ländern und Wachstumsmärkten steigt dagegen der Bedarf an Qualifizierung und Bildung erheblich. Beide Entwicklungen führen zu einem Mangel an qualifiziertem Fachpersonal und an gut ausgebildeten Führungskräften. Frauen werden dadurch stärker umworben. Ihr Anteil an der Belegschaft nimmt weiter zu. Dasselbe gilt auch für die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter.

Polarisierung der Gesellschaft

Megatrend Polarisierung der Gesellschaft
Die Globalisierung hat zu einem Gewinn an Wohlstand in nahezu allen Regionen der Welt geführt. Dennoch bleiben gravierende strukturelle Unterschiede bestehen oder es entwickeln sich neue Gegensätze.

Eine der großen unternehmerischen Herausforderungen unserer Zeit besteht darin, eine tragfähige Beziehung zwischen globaler Wirtschaft und lokalen Strukturen herzustellen. Denn zwischen globalen Märkten sowie global verfügbarem Wissen und Kapital auf der einen Seite und lokalen Interessen, Ressourcen sowie politisch-gesellschaftlichen Strukturen auf der anderen Seite zeichnet sich eine immer deutlichere Polarisierung ab. Unterschiede bestehen weltweit zwischen den dynamischen Regionen und den immer noch armen Entwicklungsländern, wo sich die Einkommenskluft zwischen dem armen und dem wohlhabenden Fünftel der Menschheit vergrößert. Auch in Europa ist die wachsende Kluft zwischen boomenden Regionen und strukturschwachen Gegenden unübersehbar. Selbst auf individueller Ebene stehen den Gewinnern der Wissensgesellschaft auch Verlierer gegenüber: Menschen, die Veränderungen nicht bewältigen können.

Bildung und Eigeninitiative fördern
Eine Verbesserung der Zugangschancen aller zu allgemeiner und beruflicher Bildung ist ein wichtiger Weg aus dieser Polarisierung der Gesellschaft. In Bildung zu investieren ist die beste Vorsorge gegen Erwerbslosigkeit. Um eklatante Einkommensunterschiede und das Armutsrisiko zu begrenzen, sind besondere Anstrengungen dort erforderlich, wo Bildungschancen aufgrund von Herkunft ungleich verteilt sind. Wo die Teilnahme an der globalen Wissensgesellschaft wegen mangelnder und fehlender Qualifikation nicht möglich ist, sind Maßnahmen zur Stärkung der Eigeninitiative und zur sozialen Sicherung ein Gebot gesellschaftlicher Verantwortung.