Weltweite Managementsysteme

Übersicht

Um Veränderungsprozesse zentral zu steuern und Kernprozesse weltweit zu stärken, richtet Bosch seine verschiedenen Managementsysteme unter dem Dach des Bosch Business System (BBS) konzernweit aus.

Dazu gehört beispielsweise das Bosch Human Resources System (BHS), das die Veränderungsprozesse im Personalwesen weltweit begleitet, oder unser integriertes Managementsystem für Qualität, Umwelt und Sicherheit. Es orientiert sich am konzernweit gültigen Leitbild Qualität sowie an den Leitsätzen zum Arbeits- und Umweltschutz und sorgt dafür, dass wir in diesen Bereichen weltweit an allen Standorten hohe Standards erfüllen.

Personalmanagement

Mit seiner Human Resources Strategie unterstützt der Personalbereich die Geschäftsbereiche bei der Verfolgung ihrer Ziele. Dabei wird konsequent die Methodik der Balanced Scorecard angewandt. In den Gebieten Prozesse, Finanzen, Kunden (interne wie externe), bei Führungskräften und Mitarbeitern werden die strategischen Ziele sowie deren Wirkungsgrad definiert.

In seinem Leitbild hat der Personalbereich für seine Arbeit weltweit gültige Grundsätze formuliert, die auf dem House of Orientation basieren und zu einer engeren Verzahnung mit den strategischen Zielen von Bosch beitragen. Damit wird es für den Personalbereich zu einer zentralen Aufgabe, die Geschäftsbereiche und Landesgesellschaften in ihrer organisatorischen Weiterentwicklung zu begleiten und das Bewusstsein für notwendige Veränderungen zu schaffen.

Mit dem Bosch Human Resources System entwickeln und verbreiten wir weltweite Standards für wirksames, gutes Personalmanagement. Rund um den Globus gibt es bei Bosch etwa 330 Personalabteilungen, die vor Ort nach den gleichen Qualitätsstandards arbeiten sollen. Prozesse in den zentralen Themenfeldern des Personalbereichs wie Planen, Beschaffen, Führen, Vergüten, Entwickeln und Umgestalten werden wir an allen Standorten nach gleichen Regeln ausgestalten. So können die Mitarbeiter in aller Welt - nicht zuletzt bei internationalen Versetzungen - darauf vertrauen, nach bekannten und einheitlichen Grundsätzen behandelt und vor allem gefördert zu werden. Dazu haben wir mittlerweile 15 Teilprojekte initiiert und systematisch vorbereitet. Bereits abgeschlossen und erfolgreich umgesetzt sind zum Beispiel die Teilprojekte zur Führungskräfteplanung, zum Personalmarketing und zur Mitarbeiterentwicklung.
House of Orientation
House of Orientation
Mit dem „House of Orientation“ haben wir einen Orientierungsrahmen für unsere langfristige Ausrichtung und den Umgang miteinander entwickelt.
Weitere Informationen

Qualitätsmanagement

Unser Qualitätsanspruch ist fest in unserer Unternehmenskultur verankert. Insbesondere konzentrieren wir uns auf ein ganzheitliches Qualitätsmanagement mit steigenden Qualitätsanforderungen durch wachsende Komplexität unserer Produkte und ein weltweit vernetztes Geschäft. Der frühzeitigen Fehlervermeidung im Produktentstehungsprozess sowie rechtzeitigen Erkennung von Abweichungen im Herstellprozess kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dazu integrieren wir wesentliche Inhalte und Abläufe unseres Bosch Produkt Entwicklungssystems und unseres Bosch Produktionssystems in unser Qualitätsmanagementsystem.
Weitere Informationen

Umweltmanagement

Seit 1996 bauen wir an unseren Standorten die Umweltmanagementsysteme sukzessive aus. Inzwischen sind 213 von 292 Standorten nach ISO 14001 zertifiziert. In 2008 führen wir für alle Fertigungs- und Entwicklungsstandorte ein Reifegradmodell ein, das als Basis für weitere Verbesserungen der Leistungen für Arbeits-, Brand- und Umweltschutz dient. Darüber hinaus tauschen wir Best Practice-Lösungen aus, die auch die internationale Zusammenarbeit fördern.

Design for Environment (DfE)
Unser weltweites Netzwerk von DfE-Koordinatoren wird kontinuierlich in das Umweltmanagementsystem bei Bosch integriert. Mit umweltgerechtem Design stellen wir sicher, dass Energieeffizienz, Recyclingvorgaben und Stoffbeschränkungen im Produktentwicklungsprozess berücksichtigt werden und Bosch-Erzeugnisse Umwelt und Ressourcen schonen. Im Rahmen des Bosch-Kompetenzmanagements wird derzeit ein weltweites Schulungskonzept zum umweltgerechten Design entwickelt. Beim produktorientierten Umweltschutz hilft eine Datenbank, die relevanten Daten zu Erzeugnissen und Werkstoffen für Altfahrzeuge zu ermitteln und zu dokumentieren. Dieses Bosch-eigene System ist dem Internationalen Material-Daten-System (IMDS) vorgeschaltet. Für die Entwickler vereinfacht es die Eingabe von Daten, und deren Qualität wird durch integrierte Prüfprozesse verbessert.

Lieferantenmanagement

Mit der zunehmenden Globalisierung kommen neue Herausforderungen auch auf unsere Lieferanten zu. In 2007 betrug unser Einkaufsvolumen 24 Milliarden Euro. Davon entfielen im vergangenen Jahr 69 Prozent auf Europa. Im Jahr 2015 werden dies voraussichtlich nur noch rund 55 Prozent sein. 25 Prozent unserer Einkäufe wollen wir dann in der Region Asien-Pazifik und 20 Prozent in Amerika tätigen. Die Verleihung des Bosch Supplier Award, mit dem wir unsere besten Zulieferer auszeichnen, belegt die zunehmende Internationalisierung: 19 der 47 Unternehmen, die 2007 prämiert wurden, haben ihren Sitz außerhalb Deutschlands.

Umwelt- und Sozialstandards vereinbaren
Wir sind uns bewusst, dass unsere Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft über unsere Unternehmensgrenzen hinaus und in die Lieferkette hinein reicht. Unsere Einkaufsrichtlinien beziehen sich deshalb auf die zehn Grundprinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen. In unseren Verträgen vereinbaren wir mit allen Lieferanten die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie allgemeiner Umweltstandards. Dazu gehören beispielsweise Verbote besonders Umwelt schädigender Stoffe und Deklarationspflichten. Ob diese Anforderungen bekannt sind und eingehalten werden, prüfen wir im Rahmen unserer Lieferantenaudits. Zulieferer, die dagegen verstoßen, schließen wir von der Zusammenarbeit aus. Von unseren ca. 200 Vorzugslieferanten erwarten wir ab 2008, dass sie ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem anwenden.

 

Einkaufs- und Logistikleitlinien der Bosch-Gruppe
  1.   Kundenzufriedenheit
  2.   Qualitätsverantwortung
  3.   Lieferantenentwicklung
  4.   Fairness und Transparenz
  5.   Umweltbewusstsein
  6.   Internationalität
  7.   Informationsverbund
  8.   Markt- und Erzeugnis-
        orientierung
  9.   Prozessorientierung und
        ständige Verbesserung
  10. Mitarbeiterentwicklung

Best Practice

China stellt auch für Bosch einen rasch wachsenden Markt dar. Dies spiegelt sich in zehn großen Bauvorhaben wider – komplette Neuerrichtungen oder Erweiterungsbauten beispielsweise an den Standorten Changsha, Hangzhou und Suzhou. Die ersten Bauprojekte führten wir landesüblich mit lokalen Generalunternehmern durch und machten dabei die Erfahrung, dass die Projektstandards im Sinne der weltweit geltenden Bosch-Werte nicht immer erfüllt wurden. Dies betraf vor allem die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der Bauarbeiter. Wir änderten daraufhin das Vergabeverfahren und reduzierten den Leistungsumfang der Generalunternehmer, so dass wir nun bei der Vergabe von Leistungspaketen unmittelbaren Einfluss auf die Lieferanten nehmen können.

Verbesserungen zeigten sich schnell – nicht nur bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, sondern auch bei der Qualität: Arbeitsgerüste werden seither rechtzeitig bereitgestellt, die Bauarbeiter wohnen in angemessenen Unterkünften mit funktionierenden und sauberen Sanitäranlagen, außerdem haben alle Arbeiter Zugang zu den Kantinen. Nicht zuletzt können sich die Zulieferer aufgrund der direkten Auftragsabwicklung mit Bosch darauf verlassen, dass ihre Rechnungen vereinbarungsgemäß beglichen werden.

Arbeitsschutzmanagement
Seit 2007 führen wir ein neues Arbeitsschutzmanagementsystem ein, das auf dem weltweit anerkannten Standard OHSAS 18001 basiert. Es soll den Arbeitsschutz an allen Fertigungs- und Entwicklungsstandorten weltweit vereinfachen und die Anzahl betrieblicher Unfälle reduzieren. Schwerpunkt ist das Erkennen potenzieller Unfall- und Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter, um geeignete Vorsorgemaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Bis in vier Jahren soll das neue System an allen Fertigungsstandorten implementiert sein. Bosch gehört damit international zu den Vorreitern bei der Umsetzung des Standards OHSAS 18001.